VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Aaron  |  Alma  |  Angelina  |  Bernd  |  Christian  |  Flora  |  Jena  |  Johanna  |  Lanrianna  |  Lene  |

Lotte  |  Lydia  |  Maria  |  Mia  |  Niklas  |  Nora  |  Patrizia  |  Sara  |  Sophie  |  Stefan  |  Warinka  |

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

CPE (Clinical Pastoral Education) und zwei Wochen in der Provinz

Autor: Flora | Datum: 03 Juni 2016, 06:11 | 1 Kommentare

Lang, lang ists her, dass ich was geschrieben habe. Hier kommt nun ein kleiner Ausschnitt aus meinem Rundbrief. 

Da ich aufgrund des CEO Wechsels im Krankenhaus Ende des letzten Jahres zurzeit kaum arbeiten kann, habe ich viel Freizeit.

Trotzdem durfte ich an der Clinical Pastoral Education, einem Programm zur Weiterbildung von Pastoren und Priestern in Bezug auf das spirituelle Wohlbefindend der Patienten, teilnehmen. Die Weiterbildung dauert zehn Wochen und ist von der VEM initiiert. Die vier Wochen, an denen ich teilnehmen durfte, haben zu meiner Persönlichkeitsweiterentwicklung beigetragen und mir weitere Einblicke in das Gesundheitssystem aus der Sicht der Patienten/innen gegeben.

Das Programm steht unter dem Motto: „Sei dir deiner selbst bewusst, um anderen Menschen eine Stütze zu sein“. Die Leiterin Pastor Ester arbeitet seit 20 Jahren im Krankenhaus und bildet viele UCCP-Pastoren im CPE Programm weiter, denn es ist inzwischen ein fester Bestandteil der Pastorenausbildung. Häufig sind auch Geistliche anderer Kirchen dabei und tragen somit zu einem ökumenischen Verständnis bei. 

Die Gruppe, bei der ich begleiten durfte,  bestand aus vier UCCP Pastoren/innen und zwei kurz vor der Ordinierung stehenden Fratern.

Die einzelnen Tage bestanden aus Patientengesprächen und der Analyse eines Berichts von einem Teilnehmer. 

Ich durfte die Teilnehmer begleiten, den Gesprächen zuhören und mich auch beteiligen. Der Großteil der Patienten ist dankbar über die spirituelle Unterstützung und für manche ist dieses auch ein Grund sich im VCMC behandeln zu lassen.

Es war eine tolle Erfahrung  und sehr lehrreich teilgenommen zu haben. Ich habe realisiert, dass es nicht immer einfach ist, eine Pastor-bzw. Priesterrolle auszufüllen.

Besonders berührend war das Schicksal einer Patientin, die an Lungenkrebs erkrankt und schon in einem späten Stadium war. Der Umgang mit Tod und die Phasen, die sie durchmachen musste, haben mich mit dem Thema Sterben konfrontiert.

Die Frau war eine tief gläubige Katholikin und Mutter von  drei Söhnen, wobei ihr Jüngster gerade die zehnte Klasse abgeschlossen hatte. Wie stark die Frau für ihre Familie war und wie viel Kraft sie aus ihrem Glauben genommen hat, war sehr beeindruckend und hat mich tief bewegt. An diesem Beispiel ist aber auch wieder deutlich geworden, wie sehr die Qualität der medizinischen Versorgung mit dem wirtschaftlichen Mitteln zusammenhängt.

Ihren Mann hab euch bei den Besuchen leider nie angetroffen, da dieser versuchte, Geld für eine Sauerstoffflasche aufzubringen um ihr die letzten Tage Zuhause zu ermöglichen.

Die Familie hatte das Geld für die Medikamente und einen Krankenhausaufenthalt, was leider nicht selbstverständlich ist. Zwar gibt es eine philippinische Krankenversicherung, die prozentual einen Teil der Rechnung übernimmt, da die meisten behandelnden Ärzte eine höhere Bezahlung einfordern. In staatlichen Krankenhäuser ist das Bett umsonst, aber es kann auch schon mal vorkommen, dass sich zwei Schwangere ein Bett teilen müssen. In den Großstädten gibt es viele und gute Krankenhäuser, wobei es in den Provinzen daran mangelt, weshalb viele aus der Umgebung für einen Krankenhausaufenthalt anreisen müssen.

Gegen dieses Problem und vor allem zur der medizinischen Vorsorge hat das Krankenhaus ein medizinisches Programm im Norden der Insel Cebu in Mahawak eingerichtet. Im letzten Herbst war ich schon bei einer Medical Mission an diesem Ort dabei, woraufhin ein kontinuierliches Programm eingeführt wurde. Von Montag bis Donnerstag fahren ein Arzt in Ausbildung, ein medizinischer Praktikant und ein Krankenpfleger zu dieser Mitgliedskirche der UCCP und stellen kostenlose medizinische Beratung zur Verfügung.

Zwei Wochen durfte ich dieses immer rotierende Team begleiten, wodurch ich bessere Einblicke in das Leben in der Provinz bekommen habe. Die hauptsächlichen Probleme, die die Patienten dort haben sind Bluthochdruck, Diabetes und ungesunde Ernährung. Dazu gibt es viele Patienten im Kindesalter, die mit Erkältungen oder Fieber behandelt werden.

Es gibt auch zwei Nachmittage, an denen Hausbesuche durchgeführt werden. Das sind zum Beispiel ältere Menschen, die nicht mehr zur Kirche laufen können oder ein Mann, der durch Dynamitfischen einen Arm und sein Augenlicht verloren hatte.

Da diese Möglichkeit noch relativ neu ist, nehmen ungefähr ein bis fünf Patienten am Tag den Service in Anspruch. Das hatte zur Folge, dass wir Zeit hatten, schwimmen und anderen Freizeitaktivitäten zu nachzugehen.

Mahawak ist eine Kleinstadt und der Großteil der dortigen Bevölkerung lebt vom Fischfang. Es gibt gerade ein Verschönerungsprogramm im Norden der Insel Cebu, wodurch die Straßen bunt gestaltet sind. 

Alles in allem geht es mir sehr gut, und ich sende Grüße in das jetzt schon sonnige Deutschland. 

 

«Neuerer Eintrag | Älterer Eintrag»

 

 

Kommentare

 

 

Kommentar Verfassen

 This is the ReCaptcha Plugin for Lifetype